Ich habe mich total über das Thema Heidelberg gefreut, da ich dadurch die Möglichkeit hatte, die Stadt noch ein wenig besser kennenzulernen. Deshalb gab es auch keine andere Alternative für mich, außer rauszugehen, denn wenn Heidelberg etwas zu bieten hat, dann ist das in meinen Augen die Natur. Somit war die logische Konsequenz, ich gehe wandern! Das kann man hier nämlich ziemlich gut.

Neben der Natur bin ich persönlich übrigens ein großer Schatzsuchen-Freund, und wenn ich noch mal etwas werden könnte (wenn ich groß bin), wäre ich gerne das vierte Fragezeichen! Deshalb wollte ich schon ewig mal Geocachen ausprobieren. Neben Pokemon Go klingt das schon fast altmodisch, aber gut, besser spät als nie.

Ich weiß gar nicht, warum ich es nicht schon vorher ausprobiert habe. Was für eine tolle Sache ist das, auf der ganzen Welt haben Menschen an den unterschiedlichsten Orten kleine Schätze versteckt. Ob es mitten in der Innenstadt ist oder in einer Höhle unter Wasser. Es gibt fast keine Grenzen. Der am weitesten entfernte „Cache“ (so nennt man die Dinge, die gefunden werden) liegt angeblich auf der Internationalen Raumstation ISS. Auf der ganzen Welt suchen Menschen kleine Schätze ohne materiellen Wert, sondern aus Spaß an der Freude.

unbenannt
Aussicht Philosophenweg © Sarah Többen

Ich musste mich am Anfang ein wenig in die Thematik einlesen. Aber eigentlich ist es ganz einfach. Es gibt Koordinaten, denen muss man folgen, und irgendwann ist man da.

Auf der Webseite geocaching.com findet man Hunderte von möglichen Schatzsuchen. Dabei gibt es verschiedene Schwierigkeitsstufen. Es kann gewählt werden zwischen einem einfachen „Cache“, dort folgt man nur einer Koordinatenkombination, oder „Multi Caches“, das bedeutet, dort ist sind die Endkoordinaten noch nicht bekannt und man muss wie bei einer Schnitzeljagt verschiedene Stationen ablaufen, um diese zu bekommen. Es gibt noch viele andere Varianten, auf die ich jetzt hier nicht weiter eingehen werde. Auch die Auswahl des Schatzes ist wählbar. Es kann ein schöner Ort sein oder eine kleine Box mit unbekanntem Inhalt.

Ich habe mir zwei mögliche „Caches“ rausgesucht, nicht zu schwer, ich wollte beim ersten Mal nicht übertreiben. Es gibt Rätsel, die müssen wochenlang vorbereitet werden, damit man am Ende den „Cache“ findet. Bei uns in der Agentur war ich nicht die Einzige, die gerne mal auf Schatzuche gehen wollte, und so waren wir eine drei Mann starke Reisegruppe und es ging ab in die Berge. (Ja, für mich Nordlicht sind das hier Berge!)

Wir brauchten zum Geocachen eigentlich nicht viel. Die Koordinaten, wenn nötig die Fragen zu der „Schatzsuche“ und ein GPS-Gerät, das könnt ihr euch leihen oder ihr nutz eine App. Wir haben uns ein GPS-Gerät geliehen. Ich habe zusätzlich zwei Analogkameras mitgenommen, und das wars. Ach halt, ich habe noch jemanden vergessen, Joshi, der Hund von Franzi, durfte auch mit.

unbenannt2
Franzi, Daniel, Sarah voller Vorfreude © Sarah Többen

Nach der Arbeit gings direkt los. Ich glaube immer noch, dass wir uns den heißesten Tag des Jahres ausgesucht haben, aber im Wald war es dann doch sehr angenehm.
Wir sind eine in Heidelberg bekannte Route gelaufen, nämlich zur Thingstätte hoch. Ich war noch nie dort und für mich hat sich der Weg nach oben allein für die Aussicht und den Ort an sich gelohnt.

Bis wir die ersten Koordinaten erreicht hatten, waren wir, glaube ich, über eine Stunde unterwegs. An der ersten Stelle mussten wir eine kleine Matheaufgabe lösen, um an die nächsten Koordinaten zu gelangen. Für Daniel natürlich gar kein Problem! Was nicht heißt, dass Franzi und ich das nicht auch geschafft hätten. Daniel hatte einfach nur die Macht des Stiftes ;).

An unserer vorletzten Station gab es dann leider ein Problem. Der letzte „Cache“ war innerhalb eines Klostergeländes, und das hat, warum auch immer, Öffnungszeiten. Das heißt, das Tor war zu! Wir wollten natürlich nicht gleich aufgeben, schließlich waren wir ja so gut wie da. Franzi beichtete uns ein wenig von ihrer kriminellen Vergangenheit, dass sie früher auf dem Gelände oft Räuber und Gendarm gespielt hat und dass es irgendwo ein Loch im Zaun gab.

unbenannt3
Klosteranlage, leider geschlossen © Sarah Többen

Ergebnis: Wir fanden das Loch, kletterten in das Gelände, fanden unseren allerersten Schatz und lebten glücklich bis ans Ende unsere Tage .

Leider läuft es oft nicht so wie in Märchen und wir mussten uns von Brennnesseln und einem Zaun geschlagen geben. Ja, es war schwach von uns und äußerst traurig. Zum Glück habe ich vorher noch einen zweiten „Cache“ rausgesucht, der direkt an der Thingstätte sein sollte. Diesen fanden wir auch einigermaßen schnell, nachdem wir die Treppen an der Thingstätte zweimal hoch- und runtergelaufen sind. Workout for the day, Check!

Unter einem Stein war eine Filmdose versteckt, und darin befand sich ein sogenanntes Logbuch, indem man das Datum und seinen Namen eintragen konnte. Somit Mission Schatzsuche halb erfolgreich beendet, und wir lebten doch glücklich, zumindest bis jetzt.

unbenannt3
Unser erster Cache, Thingstätte © Sarah Többen

Mein Highlight des Ausflugs war übrigens eine Horde Wildschweine, die uns über den Weg gelaufen ist. Allgemein tat der ganze Ausflug unglaublich gut. Nach der Arbeit einfach mal für ein paar Stunden im Wald rumzulaufen, nur zu empfehlen. Das wird definitiv wiederholt.

Und noch ein paar Abschlussworte. Ich habe ja am Anfang erwähnt, dass ich Analogkameras mitgenommen habe. Für den Ausflug habe ich mir einen etwas anderen Film bestellt „Lomochrome purple“; ich hoffe, die Ergebnisse gefallen.

Thingstätte, Philosophenweg, Neckarufer © Sarah Többen
(c) Sarah Többen
Neckarufer © Sarah Többen
(c) Sarah Többen
Philosophenweg, Neckarufer © Sarah Többen
(c) Sarah Többen
Neckarufer © Sarah Többen

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here